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Wärmepumpe Vorlauftemperatur: Hände stellen mit einem Schlüssel das Thermostatventil am Heizkörper ein
Meisterbetrieb Heizungsbau

Wärmepumpe und Vorlauftemperatur: Richtwerte für den Bestand

Die Vorlauftemperatur bestimmt, wie effizient eine Wärmepumpe im Berliner Bestand läuft. Laut Verbraucherzentrale soll sie möglichst ganzjährig unter 55 °C bleiben.

4,3 von 5 Sternen bei Google

Die Vorlauftemperatur einer Wärmepumpe sollte im Bestand möglichst ganzjährig unter 55 °C bleiben, so nennt es die Verbraucherzentrale. Vorlauf heißt das Heizwasser, das von der Anlage zu den Heizkörpern fließt. Besonders effizient läuft die Anlage laut Verbraucherzentrale bei 30 bis 50 °C, laut ADAC bei 35 bis 55 °C. Ob Ihr Haus damit warm wird, zeigt ein Test an einem kalten Tag.

Den Wert brauchen Sie vor allem, wenn eine Öl- oder Gasheizung im Bestand ersetzt werden soll. Die Angaben der Quellen meinen dabei nicht alle dasselbe, denn der effiziente Bereich beschreibt den Betrieb, die 55 °C die Eignung eines Hauses und die 75 °C die technische Grenze.

Aussage Wert Quelle, Stand
effizienter Bereich 30 bis 50 °C Verbraucherzentrale, 14.04.2026
effizienter Bereich 35 bis 55 °C ADAC, 25.09.2026
Eignung im Bestand möglichst ganzjährig unter 55 °C Verbraucherzentrale, 03/2026
Test Räume bei 50 bis 55 °C warm ADAC, 25.09.2026
technische Grenze bis zu 75 °C an den kältesten Tagen, mit Einbuße bei der Effizienz Umweltbundesamt, 27.03.2023
Hochtemperatur-Wärmepumpen bis 70 bis 80 °C, R290 Luft-Wasser 70 bis 75 °C ADAC, 25.09.2026
gemessen, höchster Vorlauf im Mittel knapp 44 °C Luft, etwas über 45 °C Erde Fraunhofer ISE, WPsmart, 27.07.2020
gemessen, Raumheizung im Mittel 33 °C Luft, 32 °C Erde Fraunhofer ISE, WP Monitor, Messjahr 2012/2013

Warum nennen alle 55 °C?

Die 55 °C sind ein Richtwert von Verbraucherzentrale und ADAC und keine technische Grenze der Geräte. Je wärmer das Heizwasser sein muss, desto mehr Strom braucht die Anlage für dieselbe Wärme, und das Umweltbundesamt nennt für Temperaturen bis 75 °C ausdrücklich Einbußen bei der Effizienz.

Sichtbar wird die Temperaturabhängigkeit in der Förderrichtlinie vom 17.08.2026, die für die Luft-Wärmepumpe eine Mindesteffizienz von 150 % bei 35 °C und 125 % bei 55 °C verlangt. Bei Erdwärme und Wasser sind es 180 % und 140 %. Gemeint ist ηs, die Effizienz über die Heizperiode. Einen belegten Prozentwert je Grad liefern die ausgewerteten neutralen Quellen dagegen nicht, und Angaben dieser Art sollten Sie sich mit Quelle zeigen lassen.

Die vorhandenen Heizkörper sind laut ADAC oft für etwa 70 °C ausgelegt, laut Umweltbundesamt in der Regel für den Bereich von 55 °C und darüber. Das beschreibt aber den Auslegungsfall vom Bau und sagt wenig darüber, was Ihr Haus heute braucht, vor allem nach neuen Fenstern oder einer gedämmten Decke.

Verlegte Rohre einer Fußbodenheizung auf der Dämmung mit Verteilerkasten

Wie mache ich den Test am kalten Tag?

Sie stellen die Heizung an einem kalten Tag auf einen Vorlauf von 50 bis 55 °C und prüfen, ob die Räume warm bleiben. Das ist der Test, den der ADAC beschreibt, und Sie können ihn mit Ihrem heutigen Kessel machen.

  1. Warten Sie auf einen kalten Wintertag, denn bei mildem Wetter sagt das Ergebnis wenig aus.
  2. Senken Sie die Heizkurve am Kessel so weit, dass die Anzeige 50 bis 55 °C Vorlauf zeigt.
  3. Öffnen Sie die Thermostatventile in den genutzten Räumen und heizen Sie wie gewohnt weiter.
  4. Gehen Sie im Lauf des Tages durch alle Räume und notieren Sie, welche nicht warm werden.
  5. Stellen Sie danach die alte Einstellung wieder her und heben Sie die Notizen für das erste Gespräch auf.

Manche Kessel lassen sich nicht so weit absenken. Dann hilft der Fachbetrieb bei der Einstellung, oder die Prüfung läuft rechnerisch über die Heizlast. Wie Sie aus dem Verbrauch auf die kW für Ihr Haus kommen, ist eine eigene Rechnung.

Was bedeutet es, wenn einzelne Räume kalt bleiben?

Wie stellt man die Heizkurve richtig ein?

Die Heizkurve legt fest, welche Vorlauftemperatur die Anlage bei welcher Außentemperatur fährt, und sie sollte so flach stehen, dass die Räume gerade warm werden. Steht sie zu hoch, läuft die Wärmepumpe mit mehr Temperatur als nötig und braucht mehr Strom.

Eingestellt wird sie bei der Inbetriebnahme und im ersten Winter nachgeführt, weil sich erst bei Kälte zeigt, ob jeder Raum warm wird. Für die geförderte Wärmepumpe gehört das Anpassen der Heizkurve laut KfW-Richtlinie vom 17.08.2026 zu den Pflichten, zusammen mit dem hydraulischen Abgleich nach Verfahren B. Beide Arbeiten können den Vorlauf senken.

Fußbodenheizung oder Heizkörper: was ist belegt?

Belegt sind nur die Temperaturen, getrennte Jahresarbeitszahlen nach Heizfläche sind aus dem aktuellen Feldtest nicht belegt. Ausreichend große Heizkörper liefen dort im Mittel mit ähnlich niedrigen Temperaturen wie Flächenheizungen.

Messung Heizfläche Temperatur Quelle
WP-QS, 77 Anlagen, 12/2019 bis 12/2024 ausreichend große Heizkörper ähnlich niedrig wie Flächenheizung Fraunhofer ISE, 03.11.2025
WPsmart, 07/2018 bis 06/2019 auch Heizkörper vergleichsweise gering, Flächenheizung nicht zwangsläufig nötig Fraunhofer ISE, 27.07.2020
Altbau-Messung 2008/2009 Einzelanlage mit Fußbodenheizung im gut sanierten Haus bis 33 °C mittlerer Vorlauf Fraunhofer ISE
Altbau-Messung 2008/2009 andere Anlagen mit Arbeitszahlen um 4 mittlere Vorläufe bis 40 °C Fraunhofer ISE

Eine Fußbodenheizung nachzurüsten ist also für die Wärmepumpe nicht zwingend. Wir empfehlen den Weg über passende Heizkörper, solange der Boden ohnehin nicht erneuert wird.

Was kostet ein höherer Vorlauf im Jahr?

Eine feste Umrechnung von Grad in Euro gibt es nicht, spürbar wird der Vorlauf aber über die Jahresarbeitszahl (JAZ), das Verhältnis von Wärme zu Strom über ein Jahr. Das folgende Beispiel zeigt, was die Spanne aus dem Feldtest im Jahr ausmacht.

Angenommen sind 18.000 kWh Wärme im Jahr und Heizstrom für 29,0 ct/kWh (BDEW, Stand 01.10.2026). Die JAZ-Werte stammen aus dem Feldtest WP-QS und aus der Förderrichtlinie.

Jahresarbeitszahl im Beispiel Bedeutung Strom im Jahr, rechnerisch Stromkosten im Jahr, rechnerisch
2,6 untere Spanne im Feldtest Luft-Wasser rund 6.920 kWh rund 2.010 €
3,0 Mindestwert für die Förderung 6.000 kWh rund 1.740 €
3,4 Mittel im Feldtest Luft-Wasser rund 5.290 kWh rund 1.540 €

Zwischen 2,6 und 3,4 liegen im Beispiel rechnerisch rund 470 € im Jahr. Welche JAZ zu welchem Vorlauf gehört, ist damit nicht gesagt, denn auch Gerät, Heizkurve und Warmwasser spielen hinein. Die Werte aus Feldtests erklärt der Ratgeber zur Jahresarbeitszahl. Für die KfW-Förderung muss die Wärmepumpe auf eine JAZ von mindestens 3,0 ausgelegt sein, der Rechner des BWP für diesen Nachweis reicht bis 60 °C Vorlauf.

Was kostet es bei Ihnen?

Die Zahlen oben sind Richtwerte. Was es bei Ihnen kostet, sagen wir Ihnen nach einem kurzen Gespräch.

Wann passt eine Hochtemperatur-Wärmepumpe?

Sie passt, wenn sich die Heizkörper nicht tauschen lassen und der Test trotz Abgleich und flacher Heizkurve nicht aufgeht, etwa bei Vorgaben durch den Denkmalschutz. Der ADAC nennt für Hochtemperatur-Geräte 70 bis 80 °C und für Luft-Wasser-Geräte mit dem Kältemittel R290 70 bis 75 °C.

Das Umweltbundesamt hält bis zu 75 °C an den kältesten Tagen für möglich, moderne Propan-Geräte erreichen das effizienter als ältere Modelle. Solche Temperaturen sollten trotzdem die Ausnahme für wenige Tage bleiben. Prüfen Sie deshalb immer zuerst die Heizflächen und erst danach das Gerät.

Spielt das Baujahr eine Rolle?

Das Baujahr allein entscheidet nicht über die Eignung. Das Fraunhofer ISE hat im Feldtest WP-QS 77 Anlagen in Gebäuden der Baujahre 1826 bis 2001 gemessen, und ein Zusammenhang zwischen Baujahr und Effizienz zeigte sich dabei nicht.

Für Berlin ist das wichtig, weil laut Zensus 2022 hier 51.641 Gebäude vor 1919 und 82.439 zwischen 1919 und 1948 gebaut wurden. Maßgeblich sind Heizkörper, Dämmstand und der tatsächliche Verbrauch, und wie wir das in alten Häusern prüfen, steht bei der Wärmepumpe im Altbau.

Was wir im ersten Termin prüfen

Im ersten Termin, der nichts kostet, sehen wir uns Heizung und Heizkörper an, prüfen die Vorlauftemperatur und klären, was beim Heizungstausch in Berlin zu tun ist. Bringen Sie die Notizen aus Ihrem Test mit, dazu die letzte Abrechnung und das Baujahr. Den Termin vereinbaren Sie über das Formular, unter 030 2192 8018 oder per Mail an kontakt@waermepumpe-in-berlin.de.

Häufige Fragen

Meine Heizung läuft heute mit 70 Grad. Geht dann überhaupt eine Wärmepumpe?

Ja, das kann trotzdem gehen. Viele Heizkörper sind laut ADAC für etwa 70 °C ausgelegt, das sagt aber wenig darüber, welche Temperatur die Räume wirklich brauchen. Das zeigt der Test mit abgesenktem Vorlauf an einem kalten Tag.

Muss ich dafür alle Heizkörper tauschen?

Nein, oft betrifft es nur einzelne Räume. In der Auswertung der Verbraucherzentrale Rheinland-Pfalz enthielten 23 % der Angebote überhaupt einen Heizkörpertausch. Getauscht wird dort, wo die Rechnung für den Raum nicht aufgeht.

Kann ich den Test auch im Oktober machen?

Nein, an einem milden Tag werden die Räume auch mit niedrigem Vorlauf warm, und der Test sagt wenig aus. Warten Sie deshalb auf einen richtig kalten Tag im Winter. Je kälter es draußen ist, desto belastbarer ist das Ergebnis.

Sind 60 Grad Vorlauf schon zu viel?

Nein, technisch geht das, laut Umweltbundesamt sogar bis zu 75 °C an den kältesten Tagen. Die Effizienz sinkt dabei aber. Für den Nachweis der Jahresarbeitszahl rechnet der BWP-Rechner für die geförderte Wärmepumpe bis 60 °C.

Stimmt es, dass jedes Grad weniger eine feste Prozentzahl spart?

Nein, einen belegten Prozentwert je Grad liefern die ausgewerteten neutralen Quellen nicht. Sicher ist die Richtung, denn je niedriger der Vorlauf, desto weniger Strom braucht die Anlage für dieselbe Wärme. Fragen Sie bei solchen Angaben nach der Quelle.

Welche Temperatur braucht eine Fußbodenheizung?

Bis 33 °C mittleren Vorlauf maß das Fraunhofer ISE bei einer Anlage mit Fußbodenheizung in einem gut sanierten Altbau, gemessen 2008/2009. Das ist ein Einzelfall. Als effizienten Bereich nennt die Verbraucherzentrale allgemein 30 bis 50 °C.

Kann ich die Heizkurve selbst einstellen?

Ja, an den meisten Reglern lässt sie sich in kleinen Schritten ändern. Senken Sie sie nach und nach, bis die Räume gerade noch warm werden. Bei der neuen Anlage stellen wir die Heizkurve ein und zeigen Ihnen, wo Sie sie anpassen können.

Bringt ein hydraulischer Abgleich etwas für den Vorlauf?

Ja, er verteilt das Heizwasser so, dass jeder Heizkörper die passende Menge bekommt. Dadurch muss der Vorlauf nicht wegen eines einzelnen unterversorgten Raums höher stehen. Für die geförderte Wärmepumpe ist er nach Verfahren B ohnehin Pflicht.

Braucht ein Altbau immer eine Hochtemperatur-Wärmepumpe?

Nein, im Feldtest WPsmart lag der höchste Vorlauf im Bestand bei Luft-Wasser-Geräten im Mittel bei knapp 44 °C. Die Hochtemperatur-Wärmepumpe passt, wenn Heizkörper nicht getauscht werden können. Zuerst sollten Sie deshalb die Heizflächen prüfen.

Zählt das Warmwasser bei den 55 Grad mit?

Nein, der Richtwert meint die Heizung. Für das Warmwasser fährt die Anlage eigene Temperaturen, im Feldtest WP Monitor im Mittel 47 °C bei Luft-Wasser und 48 °C bei Erdreich. Die Raumheizung lag dort bei 33 und 32 °C.

Bewertungen

Was Kundinnen und Kunden schreiben

Google: 4,3 von 5 aus 15 Bewertungen. ProvenExpert: 4,40 von 5 aus 22 Bewertungen.

4,3★★★★15 Google-Bewertungen
  • ★★★★★
    Top Arbeit und super Beratung vielen Dank
    WilderWaschi, vor 3 Monaten
  • ★★★★★
    Tolles Team..Schnelle unkomplizierte Hilfe bekommen zum Fairen Preis
    Patrick Weiß, vor 9 Monaten
  • ★★★★★
    Sehr gute Firma, professionell hilfsbereit und Wissen vom Fach
    Firat Karaduman, vor einem Jahr

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